Südafrika-Reise (Teil 2/3, 4.-8.11.2013)

Mo. 4.11.13

Stressfrei beginnt der Abflugtag, denn erst um 9:30 machen wir uns auf den 30-minütigen Transferweg zum King Shaka Airport in Durban, bevor wir mit einer kleinen Maschine der South African Express nach Port Elizabeth abschweben.

Dort angekommen nehmen wir diesmal eine Mercedes-Limousine C 200 in Empfang – ich kann nix dafür, ich hab nur ein Automatic-Auto bestellt. Alles passt da natürlich rein und selbst das mobile GPS haben wir umsonst dazubekommen, denn ist eines on board. Nach kurzer Fahrzeuginstruktion sind auch die rund 70km bis zur nördlich der Stadt gelegenen Ortschaft Addo zurückgelegt, hinter der sich „The Elephant House“ befindet. Dieses besteht aus einem neuen Bereich mit B&B-Unterkünften sowie einem älteren Teil als Lodge geführt. Diese wirkt wie ein Herrenhaus aus Kolonialzeiten und ist wundervoll mit alten Möbeln und passenden Gegenständen geschmackvoll eingerichtet. Die Türen sind in der Höhe zweiteilig wie Stable-Style. Wir lassen uns kurz durch die Räumlichkeiten führen, übernehmen das Zimmer (bestehend aus 3 großen Räumen ohne Türen).

_X2A3073 by Guenter Groeger.

Nach einer kurzen Abkühlung im großen Pool fahren wir wegen der fortgeschrittenen Tageszeit noch in den 8km entfernten Addo Elephant National Park. Nach dem Check-In um kurz nach 16 Uhr bleiben uns ca. 2 ½ Stunden für den Besuch des Parks, der mit dem eigenen Auto gut zu absolvieren ist (großteils asphaltiert, die geschotterten Pisten sind auch in gutem Zustand). Die Beschreibung der Wasserstellen und Wegmarkierungen ist ausgezeichnet. Das hügelige Gelände im Park besteht hauptsächlich aus niedrigem Addo-Busch und Speckbäumen (bis 4m hoch). Durch den niedrigen Bewuchs, der zwar stellenweise sehr dicht sein kann, sind die ausgewachsenen Elefanten auch bereits von weitem gut erkennbar. Hilfreich ist dabei auch die durch den Schlamm bräunliche Farbe der Kap-Elefanten, eine fast ausgerottet gewesene kleinere Rasse der Afrikanischen Spezies. Und gleich beim ersten Wasserloch, das sehr offen einsehbar ist, tummeln sich bei unserer Ankunft eine riesige Herde dieser sympathischen Tiere. Wir können uns nicht satt sehen an diesem Anblick und freuen uns riesig, denn auch viele Jungtiere sind mit ihren Müttern in der Herde unterwegs. Da sich die Herde stetig den Hügel hinauf bewegt wechseln wir unseren Standpunkt, um vielleicht diesen Troß die Straße queren zu sehen. Wir stehen mit dem Auto unmittelbar bei einem Strauch, der offenbar einigen Elefanten besonders gut schmeckt und können ihnen durch unseren höheren Standplatz direkt in die Augen schauen.

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Einige der Tiere lösen sich aus der Gruppe und überqueren nun – wie gehofft – die Straße. Eine Dame entschließt sich jedoch anders und dreht sich in unsere Richtung um und geht direkt neben meinem offen Autofenster vorbei – ich hätte sie streicheln können! Aber sie geht nicht vorbei sondern stellt sich unmittelbar hinters Auto, denn sie will auch von der Straßenseite her von ihren Strauch naschen. Ganz aufgeregt verfolgen wir das für uns unglaubliche Schauspiel – right time & right place!!! Einen noch dichteren Kontakt zu diesen Tieren würde man nur mehr beim Reiten bekommen. Überglücklich verlassen wir die Szenerie und kurven noch auf den Asphaltwegen herum. Wir können dabei noch die Dung-Beetles (Mistkäfer) beobachten, die sich aus den Elefantenknödeln kleinere Portionen zu Kugeln formen, darin ihre Eier ablegen und in geeignete Ablagestellen rollen. Das muss Schwerarbeit sein für die kleinen Kerle, auf die in der Straßenverkehrsordnung des Parks genau hingewiesen wird.

Im Park gibt es zwar auch Löwen, aber wir rechnen nicht damit, dass uns „The King“ hier direkt über den Weg laufen wird und das Dickicht ist ebenfalls nicht hilfreich. So müssen wir um ca. 18 Uhr sowieso schauen, dass wir vor 18:30 das Tor erreichen, bevor es geschlossen wird.

Durch das anhaltend schöne Wetter an diesem Tag geniessen wir das Abendessen im Freien.

 

Di. 5.11.13

Herrlich ausgeschlafen, eine Runde schwimmen vor dem Frühstück und danach noch etwas Sonne tanken am Pool. Um 10 Uhr geht’s heute wieder retour nach Port Elizabeth auf der N2 entlang der Garden Route bis Plettenberg Bay. Die Tsitsikamma-Berge mit seinem National Park hat einiges zu bieten: The Big Tree – ein 1000 Jahre alter Gelbholzbaum, den man auf einem gut ausgebauten Bohlenweg im Tsitsikamma Forest, dem größten zusammenhängenden Urwald in Südafrika besichtigen kann (keine 500m von der N2 entfernt) oder The Storms River Mouth – mit der Hängebrücke an der Mündung.

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Hier werden Wander- und Paddeltouren angeboten und das Meer hat Anfang November durchaus bereits Badetemperatur. Am Parkplatz entgeht dem nunmehr auf kleinste Tierbewegungen sensibilisierten Auge von Regina auch nicht das eigentlich unauffällig graue Rock-Dassie – irgendwie eine Mischung aus Murmeltier und Hase (ich hoffe, man kann sich darunter was vorstellen).

Die Laird’s Lodge Country Estate, sehr gepflegt im kapholländischen Stil, liegt leider ca. 8km ausserhalb von Plettenberg, so verschieben wir die Besichtigung auf den nächsten Tag.

 

Mi. 6.11.13

Bei unserer Mitwagenrundreise ist wegen rd. 45km ein Wechsel der Unterkunft vorgesehen und so müssen wir nach tollem Frühstück wieder die Koffer packen und von Plettenberg nach Knysna siedeln. Das müssen wir dem Veranstalter mitteilen, dass dies geändert werden sollte. Denn hier (in Plettenberg) oder dort (in Knysna) wäre es kein Problem, mal zwei Nächte in einer Lodge zu bleiben und sternförmig die Ziele in der Umgebung anzusteuern.

Beim Frühstück informiert uns die Lodge-Betreiberin, dass es ratsam wäre, bereits in Plettenberg auf Whalewatching-Tour zu gehen. Da es für die Jahreszeit fast schon zu warm ist könnten sich die Wale dieses Jahr bereits bis Mitte November verabschiedet haben. Momentan wären zwar noch große Aktivitäten sichtbar, aber es kann dann schnell gehen. So reservieren wir Plätze für die Mittagstour und absolvieren bis dahin eine Strandbesichtigung. Das Meer hat tatsächlich auch hier bereits gefühlte Badetemperatur von 21-22°. Pünktlich treffen wir eine ½ Stunde vor der Tour bei der Agentur ein und müssen leider die Absage dieser Tour erfahren – Grund: das Wetter mit dem aufkommenden Wind und damit „bad sea-conditions“. Na schade, und fahren daher von dort aus nach Knysna, wo wir uns erst mal die Waterfront ansehen. Knysna liegt an der Ostseite einer großen Lagune, die nur durch eine schmale felsige Meerenge (The Heads) vom Indischen Ozean abgetrennt ist. Diese war früher von den Seeleuten nicht umsonst gefürchtet. Unsere Lodge „Belvidere Manor“ liegt am Westhang der Lagune ca. 6km von der Stadt entfernt und besteht aus einigen weißen Cottages, die entweder ebenerdig oder mit einem Stockwerk ausgestattet sind. Es empfängt uns Jeffrey („Jeff“), ein langbeiniger und überaus eifriger Butler, Kofferträger und Kellner, der vier Hände zu haben scheint. Im Cafe „The Bell“zapft er das Bier ab, aus dem Haupthaus bringt er die Speisen, zwischendurch bringt er den Neuankommenden ihr Gepäck ins Cottage und erklärt ihnen die Räumlichkeiten und das Gelände. Da kommen schon einige Kilometer pro Tag zusammen und trotzdem immer mit einem „alles gut?“ oder „super“ auf den Lippen.

 

Do. 7.11.13

Unsere Reise führt uns weiter in die „Kleine Karoo“ Richtung Oudtshoorn – dem Zentrum der Straußenzucht. Waren es bis Ende des 1. Weltkrieges die Federn, die exportiert wurden (jährlich rd. 500 Tonnen!), so sind es nun seit wenigen Jahren das weiche noppige Leder und das zarte magere Fleisch.

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Von der De Zeekoe Guestfarm sind es nur 5 min zur Safari-Farm, wo uns ein kompetenter Führer über die Strauße allgemein und die Zucht im besonderen erzählt. Zwei Damen wollen unbedingt mal auf so einem Tier ein paar Runden drehen – na ja, wir brauchen das nicht. Abends in der Guest Farm wählen wir zum Dinner diesmal natürlich ein Straußen-Filet und werden nicht enttäuscht.

 

Fr. 8.11.13

Regina möchte diesmal länger schlafen während ich mich jedoch zur „Meerkat-Tour“ (Erdmännchen) angemeldet habe. Somit gibt es um 4:30 den wakeup-Call, denn um 5:00 ist Treffpunkt bei einer nahe gelegenen Kreuzung. Danach fahren wir noch ein kurzes Stück und ab in den Busch. Hier wird dann mal Kaffee und Tee ausgegeben bevor es mit einem Campingsessel ausgestattet ca. 300m zum Bau der niedlichen Kerlchen geht. Dort angekommen setzen wir uns im Halbkreis um den kleinen Hügel und warten bis die Sonne aufgegangen ist. Es dauert nicht lange, so zeigt sich zuerst eines – immer wachsam in die Runde blickend. Dann kommen immer mehr der possierlichen Meerkat’s aus dem Bau und lassen sich erstmal von den Sonnenstrahlen aufwärmen.

_X2A3134 by Guenter Groeger. Schön langsam werden die Tierchen aktiver und verstreuen sich im Gelände. Ich freue mich über die hoffentlich gelungenen Videosequenzen und Tierfotos (das wird sicher einiges an Schnittarbeit). Nach rd. zwei Stunden wünschen wir den Erdmännchen einen schönen Tag, denn für heute ist noch Kilometer-Fressen angesagt (ca. 400km).

Unser Weg führt uns vorerst ein Stück durch das Hochland der Kleinen Karoo und die Berge bis wir schließlich in Mosselbay wieder ans Meer gelangen. Diese Etappe gefällt uns landschaftlich sehr gut, wogegen die weitere Strecke am Highway N2 bis Hermanus eher unspektakulär verläuft. Das Gebiet ist jedoch intensiv landwirtschaftlich geprägt, riesige Anbauflächen (vorrangig Getreide) wechseln sich mit Grünland und Weideflächen ab.

Unser Hotel in Hermanus liegt direkt am Meer und nach einer kurzen Erfrischung im Pool bewegen wir unsere Beine auch noch entlang des Uferweges zu den sogenannten „Gearing Points“ von wo man aus – ohne in ein Boot zu steigen – Wale beobachten kann.

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Die Meeressäuger kommen hier wirklich sehr nahe ans Ufer heran, und nicht nur wir können bereits ein Muttertier mit ihrem Kalb entdecken. Trotzdem zu dumm, dass unser Fernglas diesmal im Hotelzimmer liegen geblieben ist. So ist die Vorfreude groß, die Tiere tatsächlich nahe zu sehen, denn für den nächsten Tag haben wir zwei Plätze für die 9-Uhr-Tour reserviert.

Südafrika-Reise (Teil 1/3, 28.10.-3.11.13)

Mo. 28.10.13

Die Reiseunterlagen von DerTour eingepackt , Abflug von Linz bei herbstlichem Schönwetter

 

Di. 29.10.13

Ankunft in Johannesburg bei angenehmem Frühlingswetter ca. 22°C.

Nach Übernahme unseres Mietwagens Chevrolet Sonic brauchen wir drei Anläufe, um aus dem Flughafengelände in die richtige Richtung rauszukommen.

Erster Versuch anhand der Wegbeschreibung ohne Navi verpassen wir die Ausfahrt, zweiter Versuch mit Navi bringen wir das GPS nicht in Gang bzw. können wir die Adresse nicht eingeben, dritter Versuch mit Navi klappt dann endlich und es geht nach Osten Richtung Nelspruit. Die Idee, auf der Panoramastrecke über den Long Tom Pass zu fahren, sollte uns noch leid tun. Die Straße ist übersät mit Schlaglöchern (sogen. Potholes).

 

IMG_2225 by . Eines davon übersehen kann sich fatal auswirken. Zum Glück ist nix passiert, als es passiert. Einen Tag vorher waren hier heftige Unwetter mit schwerem Hagel, wie uns später ein deutsches Urlauberpärchen berichtete. Nachdem uns das Navi eine immer später werdende Ankunftszeit berechnet, drehen wir nach rd. 15 km um und fahren auf die Hauptstraße N4 zurück. Schließlich wollen wir die Empfehlung beherzigen, unbedingt bei Tageslicht die geplante Unterkunft zu erreichen.

Unser Wollen wird jedoch wieder auf die Probe gestellt, da uns das Navi die in der Wegbesch reibung angegebene richtige (aktuelle) Abfahrt bei Nelspruit Richtung Hazieview nicht anzeigt. So müssen wir wieder eine Strecke von fast 20 km retour fahren. Danach verlassen wir uns für den Rest der Strecke auf die Wegbeschreibung und kommen ca. 18:15 im Casa do Sol Hotel in Hazieview an. Die vier Sterne sieht man der in die Jahre gekommenen Unterkunft nicht mehr an. Müde und geschafft gehen wir nach dem Abendessen bald ins Bett.

 

Mi. 30.10.13 – Fr. 01.11.13

Bei unserer nächsten Unterkunft – der Bongani Mountain Lodge – wird man von einem Ranger nur zu bestimmten Zeiten beim Haupteingang abgeholt (12, 13 und 15 Uhr). Um rechtzeitig zur ersten Pischfahrt dort zu sein, entschließen wir uns, nicht den längeren Weg durch den Krüger NP (ist mit ca. 5 Stunden beschrieben) sondern die Strecke ausserhalb des Parks zu nehmen. Dabei fahren wir fast die gleiche Strecke zur N4 wieder retour, die wir gestern bereits hochgefahren sind. Die letzten 7 km zum Haupteingang der Lodge sind eine unbefestigte „Straße“ und stellen uns und unser Mietauto gleich mal auf die Probe.

Nach Erledigung der Check-In-Formalitäten bringt uns ein Ranger dann über einen noch holprigeren Weg mit seinem Allrad-Jeep auf weiteren 7 km zur Lodge auf ca. 800 m Höhe.

Unsere Unterkunft ist ein geräumiges Häuschen mit Strohdach und einer kleinen Terrasse mit Ausblick. Ebenso beeindruckend ist der Pool am Viewdeck, von wo man auf den darunterliegenden Teil der Mthethomusha Game Reserve blicken kann.

Unsere erste Pirschfahrt von 16-19 Uhr bringt uns dann gleich in einen Teil des privaten Reservates. Der Landcruiser mit uns an Bord, dem erfahrenen Ranger Gideon hinterm Lenkrad und seinem Tracker Patrick im eigenen Sessel links vorne am Kühler geht’s runter vom Hügel.

Tracker = Fährtensucher und unterstützt den Fahrer durch Anzeige von Gefahrenstellen

Bald bekommen wir sogar schon die ersten Tiere zu sehen: Springböcke, Kudus. Ein White Rhino (Breitmaulnashorn) steht mitten in einem künstlich angelegten Wasserreservoir, auch ein Madenpicker sitzt auf seinem Rücken. Danach kommen uns auch eine Gruppe Giraffen vor die Linse (*freu*).

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Einige Elefanten zeigen sich hoch über uns auf einem Felsplateau. Leider doch zu weit weg, um wirklich sagen zu können, dass wir Elefanten ins Auge geblickt haben. Nach einer kurzen Sundowner-Pause mit Gin-Tonic zeigt uns Gideon noch die Off-Road-Qualitäten des Landcruisers – sehr beeindruckend wohin man mit diesem Gefährt überall kommt. Bei der Rückfahrt bereits im Finsteren leuchtet Patrick auf seinem Trackersitz die Umgebung aus. Nach einer Kurve stehen plötzlich ein paar ausgewachsene Elefanten auf unserem Trail. Das Licht der Scheinwerfer und des Handlampe des Trackers verscheuchen die Tiere bald in das Dickicht entlang des Weges.

Zurück in der Lodge gibt’s auf Grund des schönen Wetters diesmal das Dinner im Freien neben offenem Feuer. Die Blitze entlang den Bergrücken rund um uns kündigen bereits das Gewitter an, das uns einen Teil der Nacht begleiten wird. Doch zuerst begleitet uns noch ein Personal der Lodge zurück zu unserer Hütte – dies wurde empfohlen, da die Lodge ohne Zaun mitten im Reservat liegt. Da kommt es schon mal vor, dass einem im Dunkeln Tiere begegnen, die man so nah dann doch nicht sehen möchte!

Am nächsten Morgen kommt um 5:30 der Weckruf zur Frühpirsch – da heißt’s kurz die Augen ausgewaschen und rein ins Gewand, rauf zum Restaurant (diesmal ohne Begleitung, denn es ist ja schon hell), ein Kaffee oder Tee ins Gesicht geschüttet, denn um 6:00 geht’s los. Auch heute werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht, denn nach einer kurzen Fahrt warten bereits eine Gruppe von rund 10 Giraffen (auch zwei Jungtiere sind dabei). Ein kurzes Stück weiter treffen wir dann auch noch auf eine kleine Herde von Büffeln – auch sehr mächtige Tiere. Auch der letzte verbliebene Löwe in diesem Reservat zeigt sich uns leider nicht. Die anderen Löwen haben sich über ein Loch im zaun oder unter dem Zaun durch Richtung Krüger Park vertschüsst. Demnächst sollen hierher vier neue Löwen eingeflogen werden – zu spät für uns. Bei dieser Frühpirsch werden wir ordentlich durchgerüttelt, sodass sich Regina gar nicht mehr wohl fühlt. Daran kann auch die Überraschung des Tages nichts ändern: kurz vor Erreichen der Lodge sehen wir im Busch einige weiße Sonnenschirme sehen. Im Näherkommen entpuppt sich das als „Breakfast in the Bush“. Die Lodge hat keine Mühen gescheut und das Buffet hier nach draussen verlegt – whow!!! Wer rechnet denn damit??? Doch Regina geht es ab diesem Zeitpunkt schlecht und kann das ganze hier gar nicht geniessen (schade). Zurück im „Zimmer“ ist Pendeln zwischen Toilette und Bett angesagt.

Bei der abendlichen Pirschfahrt, die ich ohne Regina absolviere, verlassen wir das Reservat Richtung Norden durch ein Dorf und besichtigen Bushman-Art (Felsmalereien, die zwischen 150 und 3000 Jahre alt sein sollen). Dabei ist auch die Zeichnung von drei Buschmännern, die als Logo für die Bongani Mountain Lodge dient. Die weitere Strecke geht diesmal durch den Streifen zwischen Private Game Reserve und dem Kruger Park, direkt entlang einer Bahnlinie. Wir sehen zwar ein paar Nashörner, jedoch ein Foto mit dem Zaun im Vordergrund reizt mich nicht wirklich. Andere Tiere bekommen wir nicht zu Gesicht. Bevor wir uns wieder den bergigen Weg hinaufkämpfen, durchqueren wir noch eine größere Siedlung mit kleinen Hütten und Häuschen. Die Menschen und insbesonders die Kinder reagieren sehr aufgeregt und freundlich auf den Besuch der weißen Männer und Frauen, laufen neben uns her und klatschen uns ab. Von Gideon erfahren wir, dass sich diese Kinder sicher lange nicht die Hände waschen und dies ganz stolz den anderen berichten werden. In der Lodge begegnen wir mit unserem Begleiter am Weg zum Zimmer noch ein paar Antilopen, die uns jedoch ganz friedlich vom im Gras liegend beobachten. Nach einer weiteren Frühpirsch, die tierisch betrachtet enttäuschend verlief, verlassen wir die Bongani Mountain Lodge auf der selben holprigen Strecke nunmehr bergab und machen uns auf den Weg ins Königreich Swaziland.

 

Fr. 1.11.2013

Die Grenzformalitäten bei der Einreise nach Swaziland erinnern an frühe Zeiten vor der EU: jeweils 1x Anstellen beim Posten South Africa und Swaziland, fürs Auto auch noch 50 Rand Gebühr, dann kanns losgehen mit max. 80kmh. Dieses Land hat sehr viel Holzindustrie – große Gebiete sind radikal abgeholzt, andere sind bereits wieder aufgeforstet und der Rest wartet bereits auf die Motorsäge. Da hier wesentlich weniger Verkehr fließt absolviert Regina hier ihre erste Fahrpraxis im Linksverkehr – mit dem Automatik getriebenen Fahrzeug geht das ja gleich viel besser und sie macht es gut. Wir durchfahren durchaus liebliche Landschaften mit sanften Hügeln und sehen, so wie auch in South Africa, die Menschen großteils zu Fuß entlang den Straßen gehen und das sehr weite Strecken.

Gegen 16 Uhr erreichen wir das Summerfield Royal Botanical Gardens – unsere 5* Unterkunft für diese Nacht. Wir werden äußerst kühl empfangen und zum Abschluß des Check-In erklärt man uns, dass auf Grund eines Sturm am Vortag die Stromversorgung im Hotelbereich ausgefallen ist. Na super – einmal in einer 5*-Bude, dann nicht mal Strom! Für den üblichen Koffertransport findet sich kein Personal bzw. werden wir nicht mal gefragt. Unser Zimmer ist ein Teil eines Bungalows, der bereits aussen sehr überdimensioniert wirkt. Dies setzt sich auch innen fort: Zwei Kingsize-Betten, in denen man den Liebsten nicht mehr Schnarchen hört :-). Die Anlage selbst ist auch sehr weitläufig mit sehr viel Botanik und hässlichen Tierfiguren. Im Gelände laufen ein paar Pfaue herum und machen Lärm. Bei unserem Rundgang entdecken wir einige Bungalows, die bereits vor längerer Zeit nicht mehr fertiggestellt wurden (zu wenig Auslastung?). Es macht irgendwie einen verlassenen Eindruck und das Personal wirkt ebenso wenig motiviert. Das Restaurant hat zum Glück Strom und wir sind eine der wenigen Gäste.

Während des Abendessens erfahren wir, dass im Hotelbereich nun auch die Stromversorgung wieder funktioniert – na wenigstens etwas.

Sa. 2.11.2013

Mit den Worten Übelkeit und Durchfall, die mir in der Nacht ins Hirn schießen, wünscht mir mein Körper alles Gute zum Geburtstag. Die Nacht wird ein Wettlauf zwischen Bett und Toilette, die Attacken kommen stündlich und lassen mich nicht zur Ruhe kommen. Das Frühstück lasse ich ausfallen – nur schwarzer ungesüsster Tee ist angesagt. Da wir heute vor 14 Uhr in der nächsten Lodge sein sollen, schleppen wir unser Gepäck wieder zum Auto und machen uns danach auf die Weiterfahrt Richtung Grenzübergang, wo die Formalitäten wieder durchgelaufen werden müssen.

Bei der Einfahrt zum Thanda Tented Camp werden wir von einem Ranger im Jeep empfangen und in die Lodge transportiert. Davor haben wir noch Glück und sehen in einiger Entfernung drei Elefanten! Nach der Ankunft in der Lodge übernehmen wir unser „Zelt“ mit Terrasse. Um 16 Uhr starten wir zur Abendpirsch mit unserem Ranger Muzi, dem wir unseren Wunsch äußern, unbedingt wenn möglich einen Löwen zu Gesicht bekommen zu wollen. Naja, wir werden sehen, schließlich ist’s ja kein Zoo. Die ersten Tiere sind Antilopen und Giraffen, doch dann erblickt unser Tracker hinter Büschen einen tatsächlich Löwen!!! Muzi kämpft sich mit dem Jeep durchs Dickicht so weit vor, dass wir bessere Sicht auf das Männchen und zwei Weibchen erhalten. Der Löwe flämt ein paar mal, doch die Damen sind nicht recht in Stimmung.

_X2A2740 by Guenter Groeger.

Nach ca. 15 min verlassen wir die Szene und sind glücklich – also doch ein Geburtstagsgeschenk! Kurze Zeit später verfolgen wir ein Geparden-Brüderpaar, die mit vollem Bauch umherstreifen und sich anschließend gegenseitig das Gesicht lecken.

_X2A2784 by Guenter Groeger.

Der obligate Sundowner bei der Abendpirsch stellt sich dann als Bush-Dinner heraus, aufgetischt auf einer Lichtung. Davor gibt’s jedoch noch eine Vorführung einer traditionellen Zulu-Tanzgruppe mit Trommeln, Gesang und akrobatischen Einlagen. Ich halte mich auch hier beim Essen zurück und begnüge mich mit einer köstlichen Gemüsesuppe, während alle anderen das volle Programm der gegrillten Speisen durchprobieren. Ich werd’s überstehen. Die frische Nachtluft hält uns nicht zu lange hier heraussen. Nach der Rückkehr im Camp werden wir von einer Begleitung zu unseren Zelten gebracht, da auch hier kein voller Schutz gegenüber den Wildtieren gewährleistet werden kann. Die Nacht schlafe ich dann herrlich, denn ich hatte ja doch noch etwas nachzuholen, während Regina fast kein Auge zutut. Ob’s am Wind liegt, der die Zeltwand hin und her bewegt oder doch das Schlafen im Busch – wer weiß?

 

So. 3.11.2013

Um 5 Uhr Tagwache zur Morgenpirsch mit Abfahrt um 5:30.

Auch heute dauert es nicht lange, bis sich uns Tiere zeigen: eine Hyäne direkt neben uns am Wegesrand, die sich aber kurz darauf in die Büsche zurückzieht. Doch einige Meter weiter eine zweite Hyäne – was für ein Glück! Diese bearbeitet gerade einen Knochen und lässt sich auch durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen. Ein Stück weiter treffen wir auf unserem weg eine Rhino-Dame, die mit gesenktem Kopf versucht, Witterung einer Artgenossin aufzuspüren. Dabei setzt sie selbst auch ständig ihre Markierungen ab. Unbeirrt von unserer Verfolgung geht sie ihren Weg weiter. Nach einem Coffee-Break im Busch geht unsere Suche weiter nach den Elefanten, die leider nicht mit Erfolg gekrönt ist. Aber wir können mit den Tierbeobachtungen im Hluhluwe-Gebiet mehr als zufrieden sein und sind glücklich.

Kurz vor Derban checken wir in Ballito im The Izulu ein, bevor wir morgen den Inlandsflug nach Port Elizabeth antreten.

 

Blumengärten Hirschstetten, 09.06.2013

Mit Mag. Ronald Lintner (Betriebsgruppenleiter Zoologischer Garten) hatten wir einen kompetenten Führer durch die Blumengärten Hirschstetten in Wien.

Blumengärten Hirschstetten: Mag. Ronald Lintner (Betriebsgruppe by ©grox.

Neben dem Zoologischen Garten, in dem über 40 Tierarten zu sehen sind, locken in Hirschstetten aber auch Themengärten und sogar ein Sandstrand zum Verweilen ein – und das alles zum Nulltarif!

Danke Ronald für deine hautnahen Begegnungen mit den Tieren deines Zoos!

 

Urlaubsrückblende: Epiros (GR) 21.5.-4.6.13

Urlaub im Epiros, dem unbekannteren Griechenland und Umgebung (Mittelgriechenland und Thessalien):

Inselrundfahrt auf Lefkas mit den karibischen Sandstränden an der Westküste

ein Ausflug in die Zagoria – die Berglandschaft mit den alten Steindörfern und Steinbrücken und die tiefe Vikos-Schlucht

Besuch bei den Meteora-Klöstern hoch oben auf den Konglomeratfelsen (meteora = in der Luft schwebend)

an den Quellen des Acheron (der Sage nach “der Eingang zum Hades” der Unterwelt)

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… more than images …

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